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Von
Nadine Labaki
Mit
Claude Msawbaa, Leyla Fouad, Antoinette El-Noufaily, Nadine Labaki
Land
Libanon / Frankreich
Jahr
2011
Sprache
Od
Dauer
101 Minuten
Schon ewig leben Christen und Moslems Tür an Tür in einem kleinen Dorf im Libanon. Und genauso lange kommt es auch immer wieder zu Konflikten zwischen den Männern im Dorf – davon haben die Frauen die Nase voll.
Ein staubiges Kaff irgendwo im Libanon. Christen und Moslems leben friedlich nebeneinander und dennoch kommt es auch immer wieder zu Spannungen, vor allem zwischen den Männern. Den Grund für das idiotische Hauen und Stechen wissen sie meist selbst nicht mehr so genau – was die Frauen im Dorf mächtig nervt und wogegen sie etwas unternehmen wollen. Was aber tun? Da Testosteron das Einsichtsvermögen stark herabzusetzen scheint, ist mit weiblicher Logik nicht viel auszurichten. Und so hecken die Dorffrauen gemeinsam allerhand unorthodoxe Aktionen aus, in denen der einzige Fernseher des Dorfes, eine ukrainische Table-Dance-Truppe und selbstgebackene Haschkekse tragende Rollen spielen. Fantasie und Entschlossenheit des konspirativen Treibens kennen bald kaum noch Grenzen und zeigen durchaus ihre Wirkung.

Vier Jahre nach ihrem wunderbaren Arthouse-Hit CARAMEL, der in einem Beiruter Schönheitssalon spielte, kehrt Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Nadine Labaki mit ihrem zweiten Spielfilm zurück und siedelt ihn diesmal in einem namenlosen Land an, das jedoch unschwer als Libanon zu erkennen ist. Mit ihrer märchenhaft anmutenden Tragikomödie ET MAINTENANT, ON VA OÙ? rückt sie den politischen Alltag und die unentrinnbare Gewalt, die sie in CARAMEL weitgehend ausgespart hatte, ins Zentrum der Geschichte. Sie schildert das nach wie vor schwierige Zusammenleben von Christen und Moslems, zeigt aber auch, dass ein friedliches Miteinander im Nahen Osten ein Zukunftstraum ist, für den es sich zu kämpfen lohnt. Mit mediterraner Leidenschaft, viel Wärme und feinem Gespür für Komik entsteht so das hoffnungsvolle Bild einer Welt, die von Frauen und Mütter regiert wird und in der die Männer im Hintergrund bleiben, Stichwortgeber und tragikomische Randfiguren sind. Zwischen Pathos und Humor, zwischen Poesie und Tempo, gelingt Nadine Labaki ein intelligenter, tief bewegender Film, der mit der Kraft seiner sonnenverbrannten Bilder und der Intensität seiner wahrhaftigen Darstellerinnen, von denen viele zum ersten Mal vor der Kamera standen, zahllose Festivalteilnehmer von Cannes bis Toronto begeisterte.
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